Beschreibung
Marine Le Breton zeichnet von Hand Linien und Punkte auf Papierblätter, die zusammen Karten bilden – wie grafische Stickereien. Ihre Arbeit, die ebenso ein plastisches Spiel wie eine Auseinandersetzung mit menschlichen Fragen ist, befasst sich vor allem mit der schmalen Grenze zwischen Land und Wasser. Dieser unscharfe Zwischenraum der Küstenlinie weicht manchmal sogar von den objektiven Vermessungsdaten des Service national d’hydrographie et d’océanographie (SHOM) und des Institut national de l’information géographique et forestière (IGN) ab. Ihr Ansatz ist trotz der Notwendigkeit, sich an wissenschaftliche Vermessungsdaten zu halten, entschieden künstlerisch. Durch die Zeichnung verdeutlicht sie die Vergänglichkeit unseres Territoriums, in dem nichts wirklich feststeht und sich alles ändern kann. So bewegen sich diese Seekarten zwischen Kunstobjekt und wissenschaftlicher Aufzeichnung und laden jeden zu einer inneren Reise ein, zu einer Reflexion über das Territorium, die Umwelt und das kollektive Gedächtnis.


